Der PCR-Test zum Nachweis einer SARS-CoV2-Infektion

Die Polymerase-Kettenreaktion (englisch polymerase chain reaction (PCR)) ist eine Methode, um Erbsubstanz (DNAin vitro zu vervielfältigen. Dazu wird das Enzym DNA-Polymerase verwendet. Die Bezeichnung Kettenreaktion bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Produkte vorheriger Zyklen als Ausgangsstoffe für den nächsten Zyklus dienen und somit eine exponentielle Vervielfältigung ermöglichen.

Die PCR wird in biologischen und medizinischen Laboratorien zum Beispiel für die Erkennung von Erbkrankheiten und Virusinfektionen, für das Erstellen und Überprüfen genetischer Fingerabdrücke, für das Klonieren von Genen und für Abstammungsgutachten verwendet. Entwickelt wurde die Methode durch den Biochemiker Kary Mullis im Jahr 1983. 1993 wurde ihm dafür der Nobelpreis für Chemie verliehen. Die PCR zählt heute zu den wichtigsten Methoden der modernen Molekularbiologie, und viele wissenschaftliche Fortschritte auf diesem Gebiet (z. B. im Rahmen des Humangenomprojekts) wären ohne diese Methode nicht möglich gewesen. (Wikipedia)


Nach den vorliegenden Ergebnissen der PCR-Testung bei Corona-Infektionen führt das RKI aus (Stand 3.8.2020): Die PCR-Testung weist keine 100%ige Sensitivität auf, d.h. dass falsch-negative Testergebnisse wegen Abnahmefehlern ud Transportschäden möglich sind. Ausserdem ist die Viruslast im oberen Respirationstrakt in den ersten 2-3 Tagen nicht hoch, sodaß eine einmalige Testung bei asymptomatischen Patienten wenig Sinn macht. „Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht aus.“ (Kucirka 2020).

Eine Testung am Tag 1 nach erfolgter Infektion kann diese Infektion regelhaft noch nicht erkennen. Erst ab einem Intervall von etwa 3 Tagen nach einer übertragungsrelevanten Exposition trägt ein negativer Test zur besseren Einschätzung des Vorliegens bzw. nicht Vorliegens einer Infektion bei, d.h. es sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer negativ getesteten Person ohne Symptome eine Infektion vorliegt.

Eine zweimalige bzw. zeitversetzte Testung (z.B. am Tag 5 bis 7 nach Exposition) erhöht die Aussagekraft und reduziert das Restrisiko relevant. Am geringsten ist das Restrisiko, wenn nach Exposition eine 14-tägige Quarantäne erfolgt ist (auch ohne Testung).

Zur Grafischen Darstellung des RKI

Eine einmalige Testung nach Exposition etwa in Risikogebieten bei asymptomatischen Patienten ist daher eine „Momentaufnahme“ und ist daher für ein Screening nur dann geeignet, wenn nach 2-3 Tagen ein erneute Testung erfolgt. Dies ist aber derzeit nicht vorgesehen.

Kommentar: Für das AHG-Management bedeutet das, dass eine PCR-Testung bei Teilnehmern, ÜL und Ärzten nur dann erfolgen sollte, wenn 

  1. eine sichere Exposition vorliegt und Quarantäne mit zweitem Test angeordnet wird,
  2. der Proband symptomatisch ist, d.h. allgemeine (Fieber) und/oder respiratorische Symptome aufweist
  3. eine 14tägige Quarantäne z.B. bei Expositionsverdacht angeordnet wurde: dann ist das der beste Weg, um eine Kontaktkette zu unterbrechen.