Diabetesmittel für Herzinsuffizienz zugelassen

Es handelt sich um die Wirkstoffgruppe der so genannten Natrium-Glukose-Co-Transporter-2 (SGLT-2)-Hemmer, die für die zusätzliche Behandlung des Diabetes Mellitus bereits schon länger zugelassen sind. Jetzt wurde auf dem Boden mehrerer Studien eines dieser Medikamente von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA ebenfalls zugelassen, und zwar für die Behandlung der Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion (HFrEF) auch bei Patienten ohne Diabetes. Hierzu meldet die Ärztezeitung (6.11.2020), dass das Mittel Forxiga® auch von der EU-Kommission EMA zugelassen wurde. 

Die Zulassung stützt sich auf die EMPEROR-Reduced-Studie (Wirkstoff Empagliflozin) und die DAPA-HF-Studie (Dapagliflozin). Beide zeigten einen  günstigen Effekt sowohl auf die Hospitalisierungsrate als auch auf die cardiale sowie Gesamtmortalität von HI-Patienten. Die Reduktion für die Hospitalisierungsrate betrug 24%, die Reduktion der Mortalität (Dapagliflozin) betrug 13-14% und war signifikant. Bei gleichzeitiger Nierenerkrankung war dieser Effekt noch deutlicher und lag bei 29%. (https://doi.org/10.1002/ejhf.2026).

Die Behandlung erfolgt derzeit additiv bei laufender Standardtherapie.

Über den eigentlichen Wirkmechanismus ist derzeit wenig bekannt. An der Niere (proximaler Tubulus) führt SGLT2 zur Rückresorption von Glukose und Natrium. Ob die Hemmung des letzteren Mechanismus mit für die positive cardiale Wirkung bei HFrEF (Verminderung des Plasmavolumens = Vorlastsenkung) verantwortlich zu machen ist, wird bisher nicht referiert. Auch eine Blutdrucksenkung unter Dapagliflozin wurde beobachtet, die sich als Nachlastsenkung günstig auf die HFrEF auswirken könnte. Hier sind weitere Untersuchungen nötig.