Corona Tipps – aktualisiert 20. August 2021

Auf die wichtigsten Fragen geben das Robert Koch-Institut und die Uniklinik Homburg Antworten.

Allgemeine Fragen

WIE KANN MAN SICH VOR EINER ANSTECKUNG SCHÜTZEN?

AHA (L) - Regel:

A bstand: mind. 1,5 m

H ygiene: Händewaschen mind. 30 sec. Desinfektion mind. 60 sec.

A temschutzmaske: Mund-Nasen-Bedeckung; kann Infektionsrisiko bis zu 35% senken!

L üftung in den Aufenthaltsräumen Mind. 15 min


Ob die Corona Warn App als Schutz- mechanismus eine Rolle spielen kann, ist derzeit nicht wissenschaftlich belegt! Die bisherigen Erfahrungen sind in dieser Website aufgelistet.

Kein Fingerkontakt mit Mund, Nase, Augen

Husten und Niesen in Armbeuge

Kein Händeschütteln.

ZUR NUTZUNG DER CORONA WARN APP

Die Corona Warn App auf dem IOS- oder dem Android-Smartphone wurde aufwendig konstruiert und nach erheblichen Beschränkungen durch den Datenschutz freigegeben. Sie wurde inzwischen rund 20 Millionen mal heruntergeladen und wurde als Empfehlung auch in die plakativen Hygienevorschriften (AHA-L-W) aufgenommen.

Die App fordert den Infizierten auf, den positiven Test einzugenen und informiert und warnt dann Nutzer, die mit dem Infizierten Kontakt hatten, und gibt Ratschläge, wie  weiter zu verfahren sei (z.B. Testung, Hausarzt, Quarantäne).

Leider liegt die Erfolgsrate, die bisher nicht wissenschaftlich untersucht worden ist, bei etwa 50%. Das ist zu wenig, um etwa die Gesundheitsämter bei der Kontaktverfolgung zu entlasten, was eine der wesentlichen Aufgaben der App ist.

Die Gründe dafür sind vielfältig.
Es waren technische Probleme zu überwinden, die leidlich beseitigt wurden, doch die Affinität der Nutzer zur intensiven Verwendung ist eben nicht hoch. Das liegt auch daran, dass der Meldevorgang viel zu kompliziert ist.

  1. Der infizierte Nutzer kann, aber muss seinen Zustand nicht eingeben,
  2. Die Mühe, die er sich machen muss, um die Daten vom Gesundheitsamt zu erhalten, ist groß;
    1. es gibt die QR-Methode (schnell, sicher),
    2. den Telefonkontakt mit dem Amt,
    3. die telefonische Vergabe einer Kennziffer

Da viele Ämter noch per Telefon, Fax oder gar per Post agieren, ist die Übermittlung an den Infizierten alles ander als schnell und sicher.

Dies stellte der Deutschlandfunk fest (Notiz v. 22.10.2020)

Das Labor teilt mittels QR-Code dem Server beim RKI das positive Testergebnis mit. Der Getestete kann dann mithilfe seiner App und dem QR-Code, der ihm beim Test gegeben wurde, ebenfalls auf den RKI-Server zugreifen und das Testergebnis abfragen. Das Problem dabei ist ganz simpel: Noch längst nicht alle Labors haben die Software installiert, um das Testergebnis mittels QR-Code an den RKI-Server zu übertragen. Daher müssen die Getesteten weiterhin bei den Hotlines anrufen. Der Preis für die Software inklusive Installation liegt bei etwas unter 20.000 Euro. Kleinere Laboratorien können das einfach nicht stemmen.

Daher ist die Warn App zwar gut gemeint, aber schlecht gemacht. Selbstverständlich muss man sie laden und nutzen. Denn sie kann sie so wichtig sein.

IST ES SINNVOLL, EINE ATEMSCHUTZMASKE ZU TRAGEN?

Jawohl, es ist äußerst sinnvoll, eine Maske über Mund UND Nase zu (Mund-Nasen-Bedeckung, MNB) tragen!

Datenlage: Oktober 2020

Derzeit wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes MNS (am besten und für Risikogruppen die FFP2-Maske) von allen Fachgesellschaften empfohlen.

Untersuchungen haben ergeben, dass auch die einfache "chirurgische" Maske dazu beträgt, die Infektionsgefahr bis zu 35% zu mindern. Vergleichsstudien großer Gruppen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass dort wo eine Maskenpflicht vorgeschrieben war, die Zahl der Neuinfektionen deutlich unter der einer Vergleichsgruppe ohne Maskenpflicht lag. Fpr Risikogruppen wird die FFP2-Maske empfohlen. (FFP=filtering face piece).

Die ordnungsgemäße Anlage der Maske oberhalb der Nasenlöcher ist aber Voraussetzung!

WIE VERHALTE ICH MICH, WENN ICH BEFÜRCHTE, MICH ANGESTECKT ZU HABEN?

Hausarzt oder Gesundheitsamt

1. Sie hatten/haben Kontakt zu einer erkrankten Person, bei der die Infektion mit SARS-CoV-2 bestätigt wurde bzw. Sie haben sich in den zwei Wochen vor Beschwerdebeginn in einem definierten Risikogebiet aufgehalten.

und

2. Sie leiden gleichzeitig unter starken Grippe-Symptomen wie Fieber, Geschmacksverlust, Heiserkeit, Husten oder Atemnot bzw. unspezifischen Allgemeinsymptomen.

Testung:
Durchführung eines SARS-Cov2-Tests (PCR-Test) unmittelbar in öffentlichen Kontaktpunkten, in Praxen, Fieberambulanzen oder Gesundheitsämtern.

Inzwischen gibt es zusätzlich zu den PCR-Tests, die als Referenzmethode gelten (Sicherheit bis 95%), so genannte Antigentests, bei denen die Sicherheit weniger gegeben ist (85%), die aber einfacher zu bestimmen sind und daher auch von Laien ausführbar sind. Diese können dazu dienen, hochinfektiöse Virusträger zu identifizieren oder bei positivem Test eine Sicherheitsquarantäne zu nutzen: 5-7 Tage Isolation, Unterbrechung der Infektionskette.

Ein negativer Test ist nach bisherigen Wissensstand keine Voraussetzung für normale Kontaktbedingungen.

s.a. Testverfahren...

Quarantäne:
Mind. 5 (7) Tage Aufenthalt zuhause. Keine Kontakte
Weiteres Vorgehen telefonisch mit der Arztpraxis oder mit dem Gesundheitsamt abklären. Nicht spontan in Arztpraxen gehen.

116117 als Notrufnummer verwenden.

WO ERFÄHRT MAN, OB EINE REISE IN EIN BETROFFENES LAND NOCH SICHER IST?

Gesundheitsempfehlungen bei Auslandsreisen werden vom Auswärtigen Amt (AA) gegeben. Derzeit warnt das Auswärtige Amt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in Risikogebiete im Ausland. Auch Reisen in sogenannte HotSpots im Inland sind nicht zu empfehlen. Es besteht teilweise Beherbergungsverbot bei Einreise aus solchen Hotspots!

Weitere aktuelle Informationen zu der Sicherheitssituation in einzelnen betroffenen Ländern oder Landkreisen sind beim Gesundheitsamt zu erfragen oder auf den Länderseiten des Auswärtigen Amts im Internet einzusehen.

WIE WIRD DAS NEUARTIGE CORONAVIRUS ÜBERTRAGEN?

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die direkte Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

Als zweiter Infektionsweg kommt das so genannte Aerosol in Betracht. Die ist eine Ansammlung schwebender infektiöser Partikel etwa nach Hustenstoß ohne Maske. Das Aerosol hält sich minutenlang in der Schwebe und kann durch Abstand oder in Räumen mit ausreichender Stoß- Lüftung oder durch motorische Lüfter beseitigt werden. Ob durch letztere allerdings auch die Viruslast im Raum reduziert wird, wurde bisher nicht untersucht.

Schmierinfektionen über Oberflächen sind ebenfalls möglich und erfordern das Händewaschen und/oder die Desinfektion der Fläche.

Mutationen: Inzwischen gibt es, wohl ausgehend von UK, die Mutationsvariante B1.1.7, die nach einer aktuellen Studie in UK um 56% ansteckender sein soll als die Primärvariante. In D geht man davon aus, dass durch die Massnahmen des Lockdowns die Ausbreitung der Mutation hier sehr stark gebremst sein wird. Ob der Biontech-Impfstoff auch diese Mutante abdeckt, ist umstritten.

Inzwischen werden die Mutanten nach dem griechischen Alphabet definiert: Alpha= britisch, Beta= Südafrika, gamma=brasilianisch, delta= indisch. Derzeitig ist Delta bei uns die häufigste Variante und für den Anstieg der Inzidenzen zumeist verantwortlich.

WELCHES IST DER ZEITRAUM, BIS DIE ERKRANKUNG AUSBRICHT (INKUBATION)

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die so genannte Inkubationszeit nach einer Ansteckung bis zu 7 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten. Nach überstandener Infektion tritt Immunität ein, deren Dauer jedoch gegenwärtige umstritten ist (Tage bis Monate?).

WELCHE SYMPTOME WERDEN DURCH DAS CORONAVIRUS AUSGELÖST?

Covid-19-Erkrankung:

Grippe-ähnliche Symptome:

Husten,
Schnupfen,
Halskratzen
Fieber

Riech- und Geschmacksstörungen

Durchfall


Risikogruppen:
Bei einem Teil der Patienten (Älteren >65,  Vorerkrankungen wie Herzkreislaufkrankheiten, Diabetes, Übergewicht)  kann das Virus einen schweren Verlauf mit Atemproblemen mit typischer Lungenentzündung auslösen. Auch Nervenerkrankungen, Herzmuskelenzündungen und Nierenprobleme sind möglich.

Intensivbehandlung kann dann angebracht sein.

20.8.2021 AKTUELLE SAARLAND-REGELN FÜR SARS CoV2

Stand 21.9.2021:

Aktuell sind diese Regeln im SR nachzulesen unter dem folgenden Link.

Für den Saarsport - hier die Herzgruppen-Aktivität (die übrigens nicht besondere Erwähnung finden) ist im Innenreich immer noch die tagesaktuelle Testpflicht vorgeschrieben, trotz der nachgewiesenen Unsicherheit dieser Testart (fast 40% falsch positiver Tests!) und der Überlegenheit der sog. Lollitests, die einen PCR zur Basis haben (Goldstandard der Testung derzeit). Nachteil: Zeitfaktor.

WAS VERSTEHT MAN UNTER LONG-COVID-SYNDROM?

Nach einer überstandenen Infektion (z.B. Grippe, Bronchitis, Pneumonie) reagiert der Organismus mit einer verzögerten Rekonvaleszenz (Erholung), die zur einer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens vor allem mit Müdigkeit, Antriebsschwäche und anderen Faktoren führt.

Dies ist auch in der Erholungsphase einer überstandenen SARS-Cov2-Infektion der Fall, jedoch bei einem schweren Verlauf mit schwerwiegenderen Symptomen. Man spricht von Long-Covid- oder Post-Covid-Syndrom.

An erster Stelle steht dabei die erhebliche Müdigkeit, auch Fatigue.Syndrom genannt. Weiter können psychische Störungen wie etwa Depression oder Gedächtnisstörungen bis hin zu einer Art Demenz. Man diskutiert sogar eine Ähnlichkeit mit dem posttraumatischen Belastungssyndrom PTBS.

Zusammenfassung der Symptome bei Long Covid:

  1. Fatigue
  2. Gedächtnisstörung
  3. Depression
  4. Luftnot bei Belastung
  5. Weiterbestehen von Geruchs- und Geschmackstörungen

Es ist jedoch noch nicht klar, ob ein direkter Zusammenhang mit der durchgemachten Covidinfektion besteht und wie das "Krankheitsbild" zu bewerten ist. Die Wissenschaft ist da noch nicht soweit.

Spezifische Behandlungsmöglichkeiten sind daher auch noch nicht vorhanden.

Es gibt aber inzwischen eine S1-Leitlinie ("kann"-LL), die den gegenwärtigen Wissensstand zusammenfasst und betont, dass die Datenlage derzeit insbesondere für eine Behandlung nicht ausreichend ist.

 

Fragen der Therapie


DIE IMPFSTOFFE GEGEN COVID-19; Stand 21.09.2021

Übersicht

Derzeit gibt es  folgende zugelassenen Impfstoffe gegen das Virus und bedingt auch gegen seine Mutanten:

Biontech-Pfizer hat am 2.12.2020 in Großbritannien die Notfallzulassung und Deutschland am 21.12.2020 die bedingte Zulassung für BNT 162b2 (Comirnaty, 95% Wirksamkeit) bekommen.

Am 30.12.2020 hat in UK auch der AstraZeneca-Impfstoff seine Notfallzulassung bekommen. Dieser ist kein genetischer sondern ein viraler Vektor-Impfstoff (Schimpanse). Er muss nicht tiefgekühlt werden und ist billiger, Wirksamkeit 70-80%.

Die beobachtete Hirnvenen-Komplikation (Sinusvenen-Thrombose) stellt nach den vorliegenden Daten für die EMA weiterhin keine überzufällige Häufung dar.

Inzwischen sind in Deutschland 59 Fälle bekannt und die STIKO hat neu entschieden.

Eine Impfung wird nur noch bei Patienten, die über 60 Jahre alt sind,  empfohlen. Bei jüngeren Risikopatienten (Thrombosen, Antibabypille etc.) sollte vom Arzt je nach Fall entschieden werden.

Moderna - Zulassung Anfang Januar 2021:
Die laufenden Studien in der wesentlichen klinischen Phase III (Sicherheit und Wirksamkeit - um die 95%) sind abgeschlossen. Vakzin ist verfügbar.

Sputnik V (Russland): In Russland zugelassen - zunächst keine veröffentlichten Ergebnisse der Phase III, inzwischen nachgeholt: 91,6% Wirksamkeit und inzwischen in Deutschland "willkommen".

Johnson&Johnson: Schutzwirkung in Phase III Studie 72%, jedoch bei Mutationen evtl. nur 57%. Vektorimpfstoff. Thromboseneigung wie bei AZ. Inzwischen zugelassen.

Novavax (z.T. China): in Phase III noch keine Ergebnisse veröffentlicht.

Curevac: Notfallzulassung in Großbritannien beantragt.

Inzwischen sind 36,7% der deutschen Bevölkerung erstgeimpft. 10,9% sind vollständig geimpft. Vollständig Geimpfte werden bez. ihrer Grundrechte (Freiheiten) behandelt wie negativ Getestete oder Genesene (3G-Regel).


Grippe-Impfung: diese Impfung gegen die klassische Influenza, die in der kalten Jahreszeit häufiger wird, hat für Herzpatienten eine besondere Bedeutung. Sie senkt das Risiko von Herzkreislaufkomplikationen signifikant und beeinflusst damit auch den kritischen Verlauf einer COVID19-Erkrankung.

Diese Impfung wird daher Herzpatienten dringend empfohlen.


Dauer des Impfschutzes:

Hier liegen noch keine belastbaren Daten vor, doch scheint sicher, dass die Schutzwirkung nach 4-6 Monaten nachläßt. Die mRNA-Impstoffe scheinen da mit am besten ab; nach einer neuen Untersuchung liegt der Schutz nach 4  Monaten bei immerhin noch 92 %. Die sog. Booster-Impfung ist daher (noch) keine RKI-Empfehlung.

IMPFUNG: Impfquoten

Stand 18.5.2021: Die Priorität wird im Juni komplett aufgehoben.

Stand 28.08.2021 - Die Impfquoten: Komplett geimpft 70%, einmal geimpft 74,5%

Nach der noch gültigen Prioritätenliste gibt es ein dreistufiges Impfkonzept:

  1. Gruppe (höchste Priorität): Personen über 80 Jahre, Pflegekräfte, medizinisches Personal auf Intensivstationen etc.
  2. Gruppe (hohe Priorität): Personen über 70 Jahre, Geistig Behinderte, Kontaktpersonen zu (1), öffentlicher Gesundheitsdienst, sonstiges medizinisches Personal etc.
  3. derzeit aktive (zugelassene) Gruppe (Erhöhte Priorität): Personen über 60 Jahre, Vorerkrankungen, Personen in offiziellen Ämtern (Regierung, Polizei, Erzieher und Lehrer etc.

Einzelheiten sind hier nachzulesen!

Es gibt eine ständig aktualisierte Site der Deutschen Herzstiftung zum Thema Impfen und Herzpatienten.

VERHALTEN NACH DER IMPFUNG

SR v. 07.06.2021 (nach Dr. Michael Kulas, Vorsitzender des saarländischen Hausärzteverbandes)

Sport:

Man sollte am Tag der Impfung auf Sport verzichten. Der Grund ist, dass der Impfstoff in den Muskel gespritzt wird. Wird dieser dann stark belastet und die Durchblutung stark angeregt, kann es zu einer Reizung kommen, erklärte der Mediziner.

Ab dem nächsten Tag sei Sport dann grundsätzlich wieder möglich. Die Voraussetzung: Der Geimpfte fühlt sich fit und der Arm schmerzt nicht mehr. Wer eine starke Impfreaktion hat und unter grippeähnlichen Beschwerden leidet, sollte die Sportpause noch so lange erweitern, bis er sich wieder gesund fühlt.

Autofahren:

Gegen das Autofahren ist dem Experten zufolge nichts einzuwenden. Wer sich aber in den Tagen nach der Impfung generell nicht gut fühlt oder Fieber hat, der sollte lieber zuhause bleiben.

Alkohol

In ganz geringen Mengen ist Alkohol okay. Da das allerdings jeder Mensch anders definiere, sei Vorsicht geboten. Kulas ergänzt: Grundsätzlich spricht nichts gegen ein Glas Wein am Abend nach der Impfung. Es sollte aber wirklich in Maßen sein.

Schmerzmittel:

Auch gegen die Einnahme von handelsüblichen Schmerzmitteln spricht erst einmal nichts. Wer nach der Impfung Schmerzen hat, kann zu den üblichen Mitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen greifen. Es gibt da keine Präferenzen, was besonders gut wirkt.

IMPFREAKTION UND IMPFSCHUTZ?

Nach der Impfung (übrigens nach jeder Impfung) kommt es zu mehr oder weniger ausgeprägten "Impfreaktionen", die von den sog."Impfschäden" zu unterscheiden sind. Letztere sind meist schwerwiegende Impf-Komplikationen  wie die bekannten Hirnvenen-Thrombosen nach Vektor-Impfstoff (AstraZeneca). Erstere dagegen sind Allgemeinsymptome wie Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, wie man sie auch von einer Grippeinfektion kennt. Die Intensität dieser Symptome schwankt von schwer bis leicht und ist von der Reaktionsstärke des Immunsystems abhängig. Diese ist bei Jugendlichen höher als bei Älteren und die Frage stellt sich, ob die unterschiedliche Antwort des Immunsystems ein Hinweis auf den entstehenden Impfschutz ist, also ob junge Menschen besser geschützt sind als Ältere.

Diese Frage ist zwar nicht abschließend mit einer wissenschaftlich begründeten Studie geklärt, aber es besteht Fach-Konsens darüber, dass zwischen der Stärke der Immunantwort nach der Impfung und dem erzielten Schutz kein Zusammenhang besteht.

Die abgeschlossene Impfung fast aller Vakzinen bietet bis zu 95%igen Schutz gegen "schwere" Verläufe, d.h. Hospitalisation und/oder Intensivbehandlung. Der sog. "leichte", grippeähnliche Verlauf ist aber weiterhin möglich. Diese Diskussion wird derzeit geführt wegen der Frage, ob der Inzidenzwert allein oder nur zusammen mit der Hospitalisationsrate bei hoher Impf-Frequenz aussagekräftig ist. Letzteres muss man bejahen.

GIBT ES MEDIKAMENTE GEGEN COVID-19? Stand 06.02.2021

Eine wissenschaftlich gesicherte medikamentöse Behandlung ist bisher noch nicht gegeben.

Versuche mit Remdesivir (einem aus der Ebola-Therapie in Afrika bekannten Mittel) bei Patienten mit Sauerstoffbedarf sind möglich.

Die vorliegenden Daten rechtfertigen den Einsatz allerdings nur als "Heilversuch", ohne dass bisher in Großstudien gesicherte Ergebnisse vorliegen.

Hydrocortison (Dexamethason) bei schweren Fällen (auf der Intensivstation) wird verabreicht und reduziert nach einigen Studien aus der Phase der "ersten Welle" die Dauer des Aufenthalts auf der ICU. Auch hier sind weitere größere Studien notwendig

Antikörper (aus dem Blut Genesener): keine sichere Datengrundlage für Therapieeffekte.

Antikörper (monoklonal hergestellt): keine sicheren Effekte nachweisbar, evtl Einsatz bei "leichten" Fällen.

II-6-Antagonisten (entzündungshemmendes Tocilizumab) mit Daten, die eine Wirksamkeit bei schwerkranken Patienten nahelegen. Noch nicht abgesichert.

Hydroxychloroquin (Malariamittel): keine Wirkung nachweisbar, daher keine Empfehlung.

Colchizin (Gichtmittel): Hinweise, keine gesicherten Ergebnisse dass C. schwere Verläufe verhindert, d.h. dass weniger Krankenhausaufnahmen notwendig zu sein scheinen.

(Quelle: Kersten A, DGKOnline2021-Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie 2021)

Nach einer neu veröffentlichten Studie (Lancet 2021) scheint das Asthmamittel Budesonid (ein Cortisonpräparat) auf symptomatische Patienten eine günstige Wirkung auszuüben.

Hochdosiertes Vitamin C:  in einer chinesischen Studie konnte nachgewiesen werden (starker Trend, keine Signifikanz), dass Hochdosisinfusionen mit Vitamin C bei Patienten mit Sauerstoffbedarf, aber ohne Beatmung  ein positiver Effekt zu erkennen war. Muss noch gesichert werden.

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