Corona Tipps – aktualisiert 20. August 2021

Auf die wichtigsten Fragen geben das Robert Koch-Institut und die Uniklinik Homburg Antworten.

Allgemeine Fragen

19.03.2022 AKTUELLE SAARLAND-REGELN FÜR SARS CoV2

Stand 19.03.2022:

Aktuell sind die Regeln auf der SR-Homepage nachzulesen unter dem folgenden Link.

Der SR von heute verbreitete folgende Info:

Am Freitagabend hat der saarländische Ministerrat nun eine neue Rechtsverordnung beschlossen. Die Verordnung gilt ab Sonntag und tritt nach zwei Wochen am 2. April außer Kraft.

Die Regeln der neuen Verdnung orientiern sich an den Vorgaben im benachbarten Rheinland-Pfalz. Lockerungen gibt es unter anderem bei der Maskenpflicht.

Sie bleibt zwar grundsätzlich in Innenräumen, die für Besucher oder Kunden zugänglich sind, wie Geschäften bestehen. Aber überall dort wo beispielsweise 3G-Kontrollen für Besucher, Teilnehmer oder Kunden stattfinden, kann sie wegfallen. Das heißt, Restaurantbesuche sind künftig ohne Maske möglich.

Zudem fallen für Ungeimpfte die Kontaktbeschränkungen weg. Bei Großveranstaltungen wie Konzerten gibt es künftig keine Besucherbeschränkungen mehr.

Für den Saarsport - hier (die erneut unterbrochene) Herzgruppen-Aktivität (die übrigens nicht besondere Erwähnung finden) - gilt im Innenreich 3G gelten.

Die FFP2-Maskenpflicht wird aufgehoben, es ist nunmehr wieder das Tragen von chirurgischen Masken im Innenbereich zulässig.

3G ab 19.3.2020 gilt für Hotels und Gaststätten.

Im Übrigen gilt AHA: Maske, Hygiene und Abstand. Zusammen mit der Impfung sind dies die schärfsten Waffen im Kampf gegen Corona!

WIE WIRD DAS CORONAVIRUS ÜBERTRAGEN?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die direkte Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

Als zweiter Infektionsweg kommt das so genannte Aerosol in Betracht. Die ist eine Ansammlung schwebender infektiöser Partikel etwa nach Hustenstoß ohne Maske. Das Aerosol hält sich minutenlang in der Schwebe und kann durch Abstand oder in Räumen mit ausreichender Stoß- Lüftung oder durch motorische Lüfter beseitigt werden. Ob durch letztere allerdings auch die Viruslast im Raum reduziert wird, wurde bisher nicht untersucht.

Schmierinfektionen über Oberflächen sind ebenfalls möglich und erfordern das Händewaschen und/oder die Desinfektion der Fläche.

Mutationen: Inzwischen gibt es, wohl ausgehend von UK, die Mutationsvariante B1.1.7 (Alpha), die nach einer aktuellen Studie in UK um 56% ansteckender sein soll als die Primärvariante. In D geht man davon aus, dass durch die Massnahmen des Lockdowns die Ausbreitung der Mutation hier sehr stark gebremst sein wird. Ob der Biontech-Impfstoff auch diese Mutante abdeckt, ist umstritten.

Inzwischen werden die Mutanten nach dem griechischen Alphabet definiert:

Alpha= britisch,

Beta= Südafrika,

Gamma=brasilianisch,

Delta= indisch. Derzeitig ist Delta bei uns die häufigste Variante und für den Anstieg der Inzidenzen zumeist verantwortlich.

Inzwischen gibt es eine neue Variante aus Südafrika:

Omikron, diese soll ansteckender sein als die Vorläufer, aber dabei weniger "schwere Verläufe" auslösen. Boostern soll auch hier einen Impfschutz gewähren.

Der Anstieg von Infektion mit dieser Mutante hat nun auch in Deutschland trotz gewisser Nachweisprobleme erheblich (täglich zwischen 20 und 40%) zugenommen. Man spricht schon von einer fünften Welle.

ZEITRAUM, BIS ERKRANKUNG AUSBRICHT (INKUBATION)

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die so genannte Inkubationszeit nach einer Ansteckung bis zu 7 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten. Nach überstandener Infektion tritt Immunität ein, deren Dauer jedoch gegenwärtige umstritten ist (Tage bis Monate?).

WELCHE SYMPTOME WERDEN DURCH DAS CORONAVIRUS AUSGELÖST?

Covid-19-Erkrankung:

Grippe-ähnliche Symptome:

Husten,
Schnupfen,
Halskratzen
Fieber

Riech- und Geschmacksstörungen

Durchfall


Risikogruppen:
Bei einem Teil der Patienten (Älteren >65,  Vorerkrankungen wie Herzkreislaufkrankheiten, Diabetes, Übergewicht)  kann das Virus einen schweren Verlauf mit Atemproblemen mit typischer Lungenentzündung auslösen. Auch Nervenerkrankungen, Herzmuskelenzündungen und Nierenprobleme sind möglich.

Intensivbehandlung kann dann angebracht sein.

WIE KANN MAN SICH VOR EINER ANSTECKUNG SCHÜTZEN?

AHA (L) - Regel:

A bstand: mind. 1,5 m

H ygiene: Händewaschen mind. 30 sec. Desinfektion mind. 60 sec.

A temschutzmaske: Mund-Nasen-Bedeckung; kann Infektionsrisiko bis zu 35% senken!

L üftung in den Aufenthaltsräumen Mind. 15 min


Ob die Corona Warn App als Schutz- mechanismus eine Rolle spielen kann, ist derzeit nicht wissenschaftlich belegt! Die bisherigen Erfahrungen sind in dieser Website aufgelistet.

Kein Fingerkontakt mit Mund, Nase, Augen

Husten und Niesen in Armbeuge

Kein Händeschütteln.

ZUR NUTZUNG DER CORONA WARN APP

Die Corona Warn App auf dem IOS- oder dem Android-Smartphone wurde aufwendig konstruiert und nach erheblichen Beschränkungen durch den Datenschutz freigegeben. Sie wurde inzwischen rund 20 Millionen mal heruntergeladen und wurde als Empfehlung auch in die plakativen Hygienevorschriften (AHA-L-W) aufgenommen.

Die App fordert den Infizierten auf, den positiven Test einzugenen und informiert und warnt dann Nutzer, die mit dem Infizierten Kontakt hatten, und gibt Ratschläge, wie  weiter zu verfahren sei (z.B. Testung, Hausarzt, Quarantäne).

Leider liegt die Erfolgsrate, die bisher nicht wissenschaftlich untersucht worden ist, bei etwa 50%. Das ist zu wenig, um etwa die Gesundheitsämter bei der Kontaktverfolgung zu entlasten, was eine der wesentlichen Aufgaben der App ist.

Die Gründe dafür sind vielfältig.
Es waren technische Probleme zu überwinden, die leidlich beseitigt wurden, doch die Affinität der Nutzer zur intensiven Verwendung ist eben nicht hoch. Das liegt auch daran, dass der Meldevorgang viel zu kompliziert ist.

  1. Der infizierte Nutzer kann, aber muss seinen Zustand nicht eingeben,
  2. Die Mühe, die er sich machen muss, um die Daten vom Gesundheitsamt zu erhalten, ist groß;
    1. es gibt die QR-Methode (schnell, sicher),
    2. den Telefonkontakt mit dem Amt,
    3. die telefonische Vergabe einer Kennziffer

Da viele Ämter noch per Telefon, Fax oder gar per Post agieren, ist die Übermittlung an den Infizierten alles ander als schnell und sicher.

Dies stellte der Deutschlandfunk fest (Notiz v. 22.10.2020)

Das Labor teilt mittels QR-Code dem Server beim RKI das positive Testergebnis mit. Der Getestete kann dann mithilfe seiner App und dem QR-Code, der ihm beim Test gegeben wurde, ebenfalls auf den RKI-Server zugreifen und das Testergebnis abfragen. Das Problem dabei ist ganz simpel: Noch längst nicht alle Labors haben die Software installiert, um das Testergebnis mittels QR-Code an den RKI-Server zu übertragen. Daher müssen die Getesteten weiterhin bei den Hotlines anrufen. Der Preis für die Software inklusive Installation liegt bei etwas unter 20.000 Euro. Kleinere Laboratorien können das einfach nicht stemmen.

Daher ist die Warn App zwar gut gemeint, aber schlecht gemacht. Selbstverständlich muss man sie laden und nutzen. Denn sie kann sie so wichtig sein.

IST ES SINNVOLL, EINE ATEMSCHUTZMASKE ZU TRAGEN?

Jawohl, es ist äußerst sinnvoll, eine Maske über Mund UND Nase zu (Mund-Nasen-Bedeckung, MNB) tragen!

Datenlage: Oktober 2020

Derzeit wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes MNS (am besten und für Risikogruppen die FFP2-Maske) von allen Fachgesellschaften empfohlen.

Untersuchungen haben ergeben, dass auch die einfache "chirurgische" Maske dazu beträgt, die Infektionsgefahr bis zu 35% zu mindern. Vergleichsstudien großer Gruppen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass dort wo eine Maskenpflicht vorgeschrieben war, die Zahl der Neuinfektionen deutlich unter der einer Vergleichsgruppe ohne Maskenpflicht lag. Fpr Risikogruppen wird die FFP2-Maske empfohlen. (FFP=filtering face piece).

Die ordnungsgemäße Anlage der Maske oberhalb der Nasenlöcher ist aber Voraussetzung!

VERHALTEN, WENN ICH ANSTECKUNG BEFÜRCHTE?

Hausarzt oder Gesundheitsamt

1. Sie hatten/haben Kontakt zu einer erkrankten Person, bei der die Infektion mit SARS-CoV-2 bestätigt wurde bzw. Sie haben sich in den zwei Wochen vor Beschwerdebeginn in einem definierten Risikogebiet aufgehalten.

und

2. Sie leiden gleichzeitig unter starken Grippe-Symptomen wie Fieber, Geschmacksverlust, Heiserkeit, Husten oder Atemnot bzw. unspezifischen Allgemeinsymptomen.

Testung:
Durchführung eines SARS-Cov2-Tests (PCR-Test) unmittelbar in öffentlichen Kontaktpunkten, in Praxen, Fieberambulanzen oder Gesundheitsämtern.

Inzwischen gibt es zusätzlich zu den PCR-Tests, die als Referenzmethode gelten (Sicherheit bis 95%), so genannte Antigentests, bei denen die Sicherheit weniger gegeben ist (85%), die aber einfacher zu bestimmen sind und daher auch von Laien ausführbar sind. Diese können dazu dienen, hochinfektiöse Virusträger zu identifizieren oder bei positivem Test eine Sicherheitsquarantäne zu nutzen: 5-7 Tage Isolation, Unterbrechung der Infektionskette.

Ein negativer Test ist nach bisherigen Wissensstand keine Voraussetzung für normale Kontaktbedingungen.

s.a. Testverfahren...

Quarantäne:
Mind. 5 (7) Tage Aufenthalt zuhause. Keine Kontakte
Weiteres Vorgehen telefonisch mit der Arztpraxis oder mit dem Gesundheitsamt abklären. Nicht spontan in Arztpraxen gehen.

116117 als Notrufnummer verwenden.

REISE-SICHERHEIT IN BETROFFENE LÄNDER?

Gesundheitsempfehlungen bei Auslandsreisen werden vom Auswärtigen Amt (AA) gegeben. Derzeit warnt das Auswärtige Amt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in Risikogebiete im Ausland. Auch Reisen in sogenannte HotSpots im Inland sind nicht zu empfehlen. Es besteht teilweise Beherbergungsverbot bei Einreise aus solchen Hotspots!

Weitere aktuelle Informationen zu der Sicherheitssituation in einzelnen betroffenen Ländern oder Landkreisen sind beim Gesundheitsamt zu erfragen oder auf den Länderseiten des Auswärtigen Amts im Internet einzusehen.

WAS VERSTEHT MAN UNTER LONG-COVID-SYNDROM?

Nach einer überstandenen Infektion (z.B. Grippe, Bronchitis, Pneumonie) reagiert der Organismus mit einer verzögerten Rekonvaleszenz (Erholung), die zur einer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens vor allem mit Müdigkeit, Antriebsschwäche und anderen Faktoren führt.

Dies ist auch in der Erholungsphase einer überstandenen SARS-Cov2-Infektion der Fall, jedoch bei einem schweren Verlauf mit schwerwiegenderen Symptomen. Man spricht von Long-Covid- oder Post-Covid-Syndrom.

An erster Stelle steht dabei (besonders bei Frauen) eine erhebliche Müdigkeit, auch Fatigue-Syndrom genannt. Weiter können psychische Störungen wie etwa Depression oder Gedächtnisstörungen bis hin zu einer Art Demenz. Man diskutiert sogar eine Ähnlichkeit mit dem posttraumatischen Belastungssyndrom PTBS. Luftnot als Folgekrankheit einer durch das Virus geschädigten Lunge soll besonders nach "schweren" Verläufen auftreten.

Zusammenfassung der Symptome bei Long Covid:

  1. Fatigue
  2. Gedächtnisstörung
  3. Depression
  4. Luftnot bei Belastung
  5. Weiterbestehen von Geruchs- und Geschmackstörungen

Es ist jedoch noch nicht klar, ob ein direkter Zusammenhang mit der durchgemachten Covidinfektion besteht und wie das "Krankheitsbild" zu bewerten ist. Die Wissenschaft (Stand März 2022) ist da noch nicht soweit.

Spezifische Behandlungsmöglichkeiten sind daher auch noch nicht vorhanden.

Es gibt aber inzwischen eine S1-Leitlinie ("kann"-LL), die den gegenwärtigen Wissensstand zusammenfasst und betont, dass die Datenlage derzeit insbesondere für eine Behandlung nicht ausreichend ist.

 

Fragen der Therapie


DIE IMPFSTOFFE GEGEN COVID-19; Stand 02.03.2022

Übersicht

Zusammenfassung

Derzeit gibt es  folgende zugelassenen Impfstoffe gegen das Virus und bedingt auch gegen seine Mutanten:

Comirnaty:
Biontech-Pfizer
hat am 2.12.2020 in Großbritannien die Notfallzulassung und Deutschland am 21.12.2020 die bedingte Zulassung für BNT 162b2 (Comirnaty, 95% Wirksamkeit) bekommen.

Vaxzevria:
Am 30.12.2020 hat in UK auch der AstraZeneca-Impfstoff seine Notfallzulassung bekommen. Dieser ist kein genetischer sondern ein viraler Vektor-Impfstoff (Schimpanse). Er muss nicht tiefgekühlt werden und ist billiger, Wirksamkeit 70-80%.

Die beobachtete Hirnvenen-Komplikation (Sinusvenen-Thrombose) stellt nach den vorliegenden Daten für die EMA weiterhin keine überzufällige Häufung dar.

Inzwischen sind in Deutschland 59 Fälle bekannt und die STIKO hat neu entschieden.

Eine Impfung wird nur noch bei Patienten, die über 60 Jahre alt sind,  empfohlen. Bei jüngeren Risikopatienten (Thrombosen, Antibabypille etc.) sollte vom Arzt je nach Fall entschieden werden.

Spikevax:
mRNA-Impfstoff; Moderna-Zulassung Anfang Januar 2021:
Die laufenden Studien in der wesentlichen klinischen Phase III (Sicherheit und Wirksamkeit - um die 95%) sind abgeschlossen. Vakzin ist verfügbar.

Sputnik V (Russland): Vektorimpfstoff. In Russland zugelassen - zunächst keine veröffentlichten Ergebnisse der Phase III, inzwischen nachgeholt: 91,6% Wirksamkeit und inzwischen in Deutschland "willkommen". EMA-Zulassung läuft noch.

Janssen:
Johnson&Johnson: Schutzwirkung in Phase III Studie 72%, jedoch bei Mutationen evtl. nur 57%.
Vektorimpfstoff. Thromboseneigung wie bei AZ. Inzwischen zugelassen.

Nuvaxovid
Novavax
(z.T. China): Protein-Impfstoff; in Phase III abgeschlossen und zur Impfung vorliegend.

Curevac: Notfallzulassung in Großbritannien beantragt.

VLA2001 von der französischen Firma Valneva:
Totimpfstoff mit inaktiviertem SARS-CoV2-Virus. Zulassung bei der EMA beantragt

Impfstatus:

Inzwischen sind 76,3% der deutschen Bevölkerung erstgeimpft. 62,8% sind vollständig geimpft (Grundimmunisierung). Vollständig Geimpfte werden bez. ihrer Grundrechte (Freiheiten) behandelt wie negativ Getestete oder Genesene (3G-Regel). 57,1% sind mit Drittimpfung "geboostert", 23,7% sind immer noch umgeimpft.


Grippe-Impfung: diese Impfung gegen die klassische Influenza, die in der kalten Jahreszeit häufiger wird, hat für Herzpatienten eine besondere Bedeutung. Sie senkt das Risiko von Herzkreislaufkomplikationen signifikant und beeinflusst damit auch den kritischen Verlauf einer COVID19-Erkrankung.

Diese Impfung wird daher Herzpatienten dringend empfohlen.


Dauer des Impfschutzes:

Hier liegen noch keine belastbaren Daten vor, doch scheint sicher, dass die Schutzwirkung nach 4-6 Monaten nachläßt. Die mRNA-Impstoffe scheinen da mit am besten ab; nach einer neuen Untersuchung liegt der Schutz nach 4  Monaten bei immerhin noch 92 %.
Inzwischen wird die sog. Boosterimpfung (Auffrischungsimpfung) vom RKI empfohlen; eine Viertimpfung ist im Gespräch.

IMPFUNG: IMPFQUOTEN

Stand 16.01.2022:

Die Priorisierung wurde im Juni 2021 komplett aufgehoben.

Stand 16.01.2022

Die Impfquoten:

Eine Dysvakzination (Rate der Ungeimpften) liegt derzeit bei 24,9%. Das ist zu hoch, um eine Endemisierung zu erreichen (Endemie: Beschränkung auf eine bestimmte Region - BRD - und Neigung zu "leichten" Verläufen)

BRD:Komplett geimpft 72,7%, einmal geimpft 69,5%, aufgefrischt 64,1%

Saarland:

Es gibt eine ständig aktualisierte Site der Deutschen Herzstiftung zum Thema Impfen und Herzpatienten.

Die schweren Verläufe sind bei Ungeimpften deutlich zahlreicher als bei Geimpften

Grafische Darstellung...

VERHALTEN NACH DER IMPFUNG

SR v. 07.06.2021 (nach Dr. Michael Kulas, Vorsitzender des saarländischen Hausärzteverbandes)

Sport:

Man sollte am Tag der Impfung auf Sport verzichten. Der Grund ist, dass der Impfstoff in den Muskel gespritzt wird. Wird dieser dann stark belastet und die Durchblutung stark angeregt, kann es zu einer Reizung kommen, erklärte der Mediziner.

Ab dem nächsten Tag sei Sport dann grundsätzlich wieder möglich. Die Voraussetzung: Der Geimpfte fühlt sich fit und der Arm schmerzt nicht mehr. Wer eine starke Impfreaktion hat und unter grippeähnlichen Beschwerden leidet, sollte die Sportpause noch so lange erweitern, bis er sich wieder gesund fühlt.

Autofahren:

Gegen das Autofahren ist dem Experten zufolge nichts einzuwenden. Wer sich aber in den Tagen nach der Impfung generell nicht gut fühlt oder Fieber hat, der sollte lieber zuhause bleiben.

Alkohol

In ganz geringen Mengen ist Alkohol okay. Da das allerdings jeder Mensch anders definiere, sei Vorsicht geboten. Kulas ergänzt: Grundsätzlich spricht nichts gegen ein Glas Wein am Abend nach der Impfung. Es sollte aber wirklich in Maßen sein.

Schmerzmittel:

Auch gegen die Einnahme von handelsüblichen Schmerzmitteln spricht erst einmal nichts. Wer nach der Impfung Schmerzen hat, kann zu den üblichen Mitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen greifen. Es gibt da keine Präferenzen, was besonders gut wirkt.

IMPFREAKTION UND IMPFSCHUTZ?

Nach der Impfung (übrigens nach jeder Impfung) kommt es zu mehr oder weniger ausgeprägten "Impfreaktionen", die von den sog."Impfschäden" zu unterscheiden sind. Letztere sind meist schwerwiegende Impf-Komplikationen  wie die bekannten Hirnvenen-Thrombosen nach Vektor-Impfstoff (AstraZeneca). Erstere dagegen sind Allgemeinsymptome wie Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, wie man sie auch von einer Grippeinfektion kennt. Die Intensität dieser Symptome schwankt von schwer bis leicht und ist von der Reaktionsstärke des Immunsystems abhängig. Diese ist bei Jugendlichen höher als bei Älteren und die Frage stellt sich, ob die unterschiedliche Antwort des Immunsystems ein Hinweis auf den entstehenden Impfschutz ist, also ob junge Menschen besser geschützt sind als Ältere.

Diese Frage ist zwar nicht abschließend mit einer wissenschaftlich begründeten Studie geklärt, aber es besteht Fach-Konsens darüber, dass zwischen der Stärke der Immunantwort nach der Impfung und dem erzielten Schutz kein Zusammenhang besteht.

Die abgeschlossene Impfung fast aller Vakzinen bietet bis zu 95%igen Schutz gegen "schwere" Verläufe, d.h. Hospitalisation und/oder Intensivbehandlung. Der sog. "leichte", grippeähnliche Verlauf ist aber weiterhin möglich. Diese Diskussion wird derzeit geführt wegen der Frage, ob der Inzidenzwert allein oder nur zusammen mit der Hospitalisationsrate bei hoher Impf-Frequenz aussagekräftig ist. Letzteres muss man bejahen.

BOOSTER-IMPFUNG - AUFFRISCHIMPFUNG

(Aktualisiert 27.11.2021)
In der letzten Zeit wird auch in den Medien vermehrt darauf hingewiesen, dass besonders bei den Älteren nach ca.6 Monaten der Impfschutz nachläßt, da sich die Zahl der verantwortlichen (T-)Zellen des Immunsystem zurückbilden kann. Deshalb empfehlen STIKO und RKI, bei Menschen über 70 Jahren 6 Monate nach vollständiger Impfung  eine sog. Auffrisch- oder Boosterimpfung (erneute Impfung mit dem gleichen Impfstoff) durchzuführen. Diese liegt in Deutschland beinah. 7-8% derzeit.

Die Datenlage ist dabei recht unübersichtlich, wie fast bei allen Studien zu SARS CoV2. Immerhin sinkt die Antikörper-  Konzentration nach 6 Monaten auf etwa 82-83%, was immer noch recht hoch ist. Und: nach neuesten Zahlen liegt dennoch der Impfschutz vor Hospitalisation und "schwerem Verlauf" bei über 90%.

In einer israelischen Arbeit (2021; https://doi.org/10.1056/NEJMoa2114255) wird festgestellt, dass der Boosterschutz zwischen 12 und 20% liegt. Dann liegt der Restschutz zwischen 80 und 88%.

Fazit: Obwohl die Empfehlungen den RKI und der EMA publiziert sind, läuft die Boosterimpfung sehr schleppend. Die vorliegenden Zahlen lassen dem Einzelnen Entscheidungsfreiheit, zumal die meisten Coronapatienten auf einer Intensivstation ungeimpft sind.

Neue isaelische Studie (Dtsch. Ärzteblatt 2021) zeigt nun erstmals hohen Nutzen der Auffrischung.

Aktuell kommt  es nicht nur im Saarland zu einem Ansturm der Impfwilligen auf die Praxen und auf die bald wiedereröffneten Impfzentren. Ein Terminportal des Saarländischen Gesundheitsministeriums (https://www.impfen-saarland.de) führt derzeit zu keinem brauchbaren Ergebnis; man muss viel Geduld haben.

GIBT ES MEDIKAMENTE GEGEN COVID-19? Stand 03.12.2021

Eine wissenschaftlich gesicherte medikamentöse Behandlung scheint sich gegenwärtig anzubahnen.

Versuche mit i.v. Remdesivir (einem aus der Ebola-Therapie in Afrika bekannten Mittel) bei Patienten mit Sauerstoffbedarf sind möglich.

Zwei namhafte Pharmahersteller (Pfizer und Merck) haben zwei auf die Virenvermehrung einwirkende Substanzen entwickelt, die in aktuell laufenden Studien gute bis sehr gute Ergebnisse zu liefern scheinen. Es handelt sich um Molnupiravir Merck (Lagevrio; mittel- bis gute Ergebnisse) und einen sog. Proteaseninhibitor (Pfizer; Paxlovid), dessen orale Einahme die Infekiosität der Viren herabsetzt und bei symptomatischen Patienten zu einer ca. 89%igen Reduktion der "schweren Verläufe" geführt hat.

Paxlovid soll auch gegen die neue Variante Omikron wirken.

Weitere Medikamente im Einsatz:

Hydrocortison (Dexamethason) bei schweren Fällen (auf der Intensivstation) wird verabreicht und reduziert nach einigen Studien aus der Phase der "ersten Welle" die Dauer des Aufenthalts auf der ICU. Auch hier sind weitere größere Studien notwendig

Antikörper (aus dem Blut Genesener): keine sichere Datengrundlage für Therapieeffekte.

Antikörper (monoklonal hergestellt): diese infundierbaren Medikamente sind seit 15.11.2021 von der EMA, der europäischen Arzneimittelbehörde, zugelassen worden: Ronapreve des Schweizer Pharmaunternehmens Roche und der US-Firma Regeneron sowie das Mittel Regkirona (Regdanvimab) des Herstellers Celltrion aus Südkorea. Diese Zulassungen beruhen auf Phase-III-Studien im rolling-review-Verfahren an 17500 Probanden. Cochrane allerdings bezweifelt den Wert der Studien wegen zu geringer Signifikanz.

II-6-Antagonisten (entzündungshemmendes Tocilizumab) mit Daten, die eine Wirksamkeit bei schwerkranken Patienten nahelegen. Noch nicht abgesichert.

Hydroxychloroquin (Malariamittel): keine Wirkung nachweisbar, daher keine Empfehlung.

Colchizin (Gichtmittel): Hinweise, keine gesicherten Ergebnisse dass C. schwere Verläufe verhindert, d.h. dass weniger Krankenhausaufnahmen notwendig zu sein scheinen.

(Quelle: Kersten A, DGKOnline2021-Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie 2021)

Nach einer neu veröffentlichten Studie (Lancet 2021) scheint das Asthmamittel Budesonid (ein Cortisonpräparat) auf symptomatische Patienten eine günstige Wirkung auszuüben.

Hochdosiertes Vitamin C:  in einer chinesischen Studie konnte nachgewiesen werden (starker Trend, keine Signifikanz), dass Hochdosisinfusionen mit Vitamin C bei Patienten mit Sauerstoffbedarf, aber ohne Beatmung  ein positiver Effekt zu erkennen war. Muss noch gesichert werden.

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