Corona Tipps

Auf die wichtigsten Fragen geben das Robert Koch-Institut und die Uniklinik Homburg Antworten.

WIE KANN MAN SICH VOR EINER ANSTECKUNG SCHÜTZEN?

AHA (L) - Regel:

A bstand: mind. 1,5 m

H ygiene: Händewaschen mind. 30 sec. Desinfektion mind. 60 sec.

A temschutzmaske: Mund-Nasen-Bedeckung; kann Infektionsrisiko bis zu 35% senken!

L üftung in den Aufenthaltsräumen Mind. 15 min


Ob die Corona Warn App als Schutz- mechanismus eine Rolle spielen kann, ist derzeit nicht wissenschaftlich belegt! Die bisherigen Erfahrungen sind in dieser Website aufgelistet.

Kein Fingerkontakt mit Mund, Nase, Augen

Husten und Niesen in Armbeuge

Kein Händeschütteln.

ZUR NUTZUNG DER CORONA WARN APP

Die Corona Warn App auf dem IOS- oder dem Android-Smartphone wurde aufwendig konstruiert und nach erheblichen Beschränkungen durch den Datenschutz freigegeben. Sie wurde inzwischen rund 20 Millionen mal heruntergeladen und wurde als Empfehlung auch in die plakativen Hygienevorschriften (AHA-L-W) aufgenommen.

Die App fordert den Infizierten auf, den positiven Test einzugenen und informiert und warnt dann Nutzer, die mit dem Infizierten Kontakt hatten, und gibt Ratschläge, wie  weiter zu verfahren sei (z.B. Testung, Hausarzt, Quarantäne).

Leider liegt die Erfolgsrate, die bisher nicht wissenschaftlich untersucht worden ist, bei etwa 50%. Das ist zu wenig, um etwa die Gesundheitsämter bei der Kontaktverfolgung zu entlasten, was eine der wesentlichen Aufgaben der App ist.

Die Gründe dafür sind vielfältig.
Es waren technische Probleme zu überwinden, die leidlich beseitigt wurden, doch die Affinität der Nutzer zur intensiven Verwendung ist eben nicht hoch. Das liegt auch daran, dass der Meldevorgang viel zu kompliziert ist.

  1. Der infizierte Nutzer kann, aber muss seinen Zustand nicht eingeben,
  2. Die Mühe, die er sich machen muss, um die Daten vom Gesundheitsamt zu erhalten, ist groß;
    1. es gibt die QR-Methode (schnell, sicher),
    2. den Telefonkontakt mit dem Amt,
    3. die telefonische Vergabe einer Kennziffer

Da viele Ämter noch per Telefon, Fax oder gar per Post agieren, ist die Übermittlung an den Infizierten alles ander als schnell und sicher.

Dies stellte der Deutschlandfunk fest (Notiz v. 22.10.2020)

Das Labor teilt mittels QR-Code dem Server beim RKI das positive Testergebnis mit. Der Getestete kann dann mithilfe seiner App und dem QR-Code, der ihm beim Test gegeben wurde, ebenfalls auf den RKI-Server zugreifen und das Testergebnis abfragen. Das Problem dabei ist ganz simpel: Noch längst nicht alle Labors haben die Software installiert, um das Testergebnis mittels QR-Code an den RKI-Server zu übertragen. Daher müssen die Getesteten weiterhin bei den Hotlines anrufen. Der Preis für die Software inklusive Installation liegt bei etwas unter 20.000 Euro. Kleinere Laboratorien können das einfach nicht stemmen.

Daher ist die Warn App zwar gut gemeint, aber schlecht gemacht. Selbstverständlich muss man sie laden und nutzen. Denn sie kann sie so wichtig sein.

IST ES SINNVOLL, EINE ATEMSCHUTZMASKE ZU TRAGEN?

Jawohl, es ist äußerst sinnvoll, eine Maske über Mund UND Nase zu tragen!

Datenlage: Oktober 2020

Derzeit wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes MNS (am besten und für Risikogruppen die FFP2-Maske) von allen Fachgesellschaften empfohlen.

Untersuchungen haben ergeben, dass auch die einfache "chirurgische" Maske dazu beträgt, die Infektionsgefahr bis zu 35% zu mindern. Vergleichsstudien großer Gruppen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass dort wo eine Maskenpflicht vorgeschrieben war, die Zahl der Neuinfektionen deutlich unter der einer Vergleichsgruppe ohne Maskenpflicht lag. Fpr Risikogruppen wird die FFP2-Maske empfohlen. (FFP=filtering face piece).

Die ordnungsgemäße Anlage der Maske oberhalb der Nasenlöcher ist aber Voraussetzung!

WIE VERHALTE ICH MICH, WENN ICH BEFÜRCHTE, MICH ANGESTECKT ZU HABEN?

Hausarzt oder Gesundheitsamt

1. Sie hatten/haben Kontakt zu einer erkrankten Person, bei der die Infektion mit SARS-CoV-2 bestätigt wurde bzw. Sie haben sich in den zwei Wochen vor Beschwerdebeginn in einem definierten Risikogebiet aufgehalten.

und

2. Sie leiden gleichzeitig unter starken Grippe-Symptomen wie Fieber, Heiserkeit, Husten oder Atemnot bzw. unspezifischen Allgemeinsymptomen.

Testung:
Durchführung eines SARS-Cov2-Tests unmittelbar in öffentlichen Kontaktpunkten, in Praxen, Fieberambulanzen oder Gesundheitsämtern.

Quarantäne:
Mind. 10 Tage Aufenthalt zuhause.
Weiteres Vorgehen telefonisch mit der Arztpraxis oder mit dem Gesundheitsamt abklären. Nicht spontan in Arztpraxen gehen.

116117 als Notrufnummer verwenden.

WO ERFÄHRT MAN, OB EINE REISE IN EIN BETROFFENES LAND NOCH SICHER IST?

Gesundheitsempfehlungen bei Auslandsreisen werden vom Auswärtigen Amt (AA) gegeben. Derzeit warnt das Auswärtige Amt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in Risikogebiete im Ausland. Auch Reisen in sogenannte HotSpots im Inland sind nicht zu empfehlen. Es besteht teilweise Beherbergungsverbot bei Einreise aus solchen Hotspots!

Weitere aktuelle Informationen zu der Sicherheitssituation in einzelnen betroffenen Ländern oder Landkreisen sind beim Gesundheitsamt zu erfragen oder auf den Länderseiten des Auswärtigen Amts im Internet einzusehen.

WIE WIRD DAS NEUARTIGE CORONAVIRUS ÜBERTRAGEN?

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die direkte Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

Als zweiter Infektionsweg kommt das so genannte Aerosol in Betracht. Die ist eine Ansammlung schwebender infektiöser Partikel etwa nach Hustenstoß ohne Maske. Das Aerosol hält sich minutenlang in der Schwebe und kann durch Abstand oder in Räumen mit ausreichender Stoß- Lüftung beseitigt werden.

Schmierinfektionen über Oberflächen sind ebenfalls möglich und erfordern das Händewaschen und/oder die Desinfektion der Fläche.

Mutationen: Inzwischen gibt es, wohl ausgehend von UK, die Mutationsvariante B1.1.7, die nach einer aktuellen Studie in UK um 56% ansteckender sein soll als die Primärvariante. In D geht man davon aus, dass durch die Massnahmen des Lockdowns die Ausbreitung der Mutation hier sehr stark gebremst sein wird. Ob der Biontech-Impfstoff auch diese Mutante abdeckt, ist umstritten.

WIE LANGE DAUERT ES, BIS DIE ERKRANKUNG NACH EINER ANSTECKUNG AUSBRICHT?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung bis zu 7 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten. Nach überstandener Infektion tritt Immunität ein, deren Dauer jedoch gegenwärtige umstritten ist (Tage bis Monate?).

WELCHE SYMPTOME WERDEN DURCH DAS CORONAVIRUS AUSGELÖST?

Covid-19-Erkrankung:

Grippe-ähnliche Symptome:

Husten,
Schnupfen,
Halskratzen
Fieber

Riech- und Geschmacksstörungen

Durchfall


Risikogruppen:
Bei einem Teil der Patienten (Älteren >65,  Vorerkrankungen wie Herzkreislaufkrankheiten, Diabetes, Übergewicht)  kann das Virus einen schweren Verlauf mit Atemproblemen mit typischer Lungenentzündung auslösen. Auch Nervenerkrankungen, Herzmuskelenzündungen und Nierenprobleme sind möglich.

Intensivbehandlung kann dann angebracht sein.

DIE IMPFSTOFFE GEGEN COVID-19

Derzeit gibt es  folgende zugelassenen Impfstoffe gegen das Virus:

Biontech-Pfizer hat am 2.12.2020 in Großbritannien die Notfallzulassung und Deutschland am 21.12.2020 die bedingte Zulassung für BNT 162b2 (Comirnaty, 95% Wirksamkeit) bekommen.

Heute (30.12.2020) hat in UK auch der AstraZeneca-Impfstoff seine Nofallzulassung bekommen. Dieser ist kein genetischer sondern ein viraler Impfstoff (Schimpanse). Er muss nicht tiefgekühlt werden und ist billiger, Wirksamkeit 70%

Viele andere Pharmaunternehmen (z.B. Moderna - Zulassung Anfang Januar 2021) oder chinesische Hersteller) arbeiten an der Zulassung von Impfstoffen, die frühestens Anfang 2021 oder später verfügbar sein können. Die laufenden Studien in der wesentlichen klinischen Phase III (Sicherheit und Wirksamkeit - um die 95%) sind zumeist nicht abgeschlossen, werden aber auf politischen Druck hin beschleunigt.

Man kann nur hoffen, dass Sicherheit und Wirksamkeit (Verhinderung von Krankheit und Infektion) dabei nicht auf der Strecke bleiben werden.


Grippe-Impfung: diese Impfung gegen die klassische Influenza, die in der kalten Jahreszeit häufiger wird, hat für Herzpatienten eine besondere Bedeutung. Sie senkt das Risiko von Herzkreislaufkomplikationen signifikant und beeinflusst damit auch den kritischen Verlauf einer COVID19-Erkrankung.

Diese Impfung wird daher Herzpatienten dringend empfohlen.

IMPFUNG: DIE PRIORITÄTEN

Ab heute (27.12.2020) wird auch im Saarland mit der Impfung gegen das Coronavirus begonnen. Wegen der noch beschränkten Verfügbarkeit des derzeit europaweit zugelassenen Impfstoffs von Biontech/Pfizer sind unterschiedliche Personengruppen mit abgestufter Priorität definiert worden. Nach dieser Liste gibt es ein dreistufiges Impfkonzept:

  1. Gruppe (höchste Priorität): Personen über 80 Jahre, Pflegekräfte, medizinisches Personal auf Intensivstationen etc.
  2. Gruppe (hohe Priorität): Personen über 70 Jahre, Geistig Behinderte, Kontaktpersonen zu (1), öffentlicher Gesundheitsdienst, sonstiges medizinisches Personal etc.
  3. Gruppe (Erhöhte Priorität): Personen über 60 Jahre, Vorerkrankungen, Personen in offiziellen Ämtern (Regierung, Polizei, Erzieher und Lehrer etc.

Die aktuelle Impfstoff-Situation erlaubt nur die lmpfung der Gruppe 3 mit höchsterPriorität!

Einzelheiten sind hier nachzulesen!

GIBT ES MEDIKAMENTE GEGEN COVID-19

Eine medikamentöse Behandlung ist bisher noch nicht abgesichert. Versuche mit Remdesivir (einem aus der Ebola-Therapie in Afrika bekannten Mittel) bei Patienten mit Sauerstoffbedarf sind möglich.

Die vorliegenden Daten rechtfertigen den Einsatz allerdings nur als "Heilversuch", ohne dass bisher in Großstudien gesicherte Ergebnisse vorliegen.

Hydrocortisongabe bei schweren Fällen (auf der Intensivstation) wird verabreicht und reduziert nach einigen Studien aus der Phase der "ersten Welle" die Dauer des Aufenthalts auf der ICU. Auch hier sind weitere größere Studien notwendig

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