Corona Tipps

Information des SR.de vom 17.3.2020

Auf die wichtigsten Fragen geben das Robert Koch-Institut und die Uniklinik Homburg Antworten.

WIE WIRD DAS NEUARTIGE CORONAVIRUS ÜBERTRAGEN?

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

WIE LANGE DAUERT ES, BIS DIE ERKRANKUNG NACH EINER ANSTECKUNG AUSBRICHT?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten.

WELCHE SYMPTOME WERDEN DURCH DAS CORONAVIRUS AUSGELÖST?

Es kann zu Symptome wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber kommen, einige Betroffene leiden auch an Durchfall. Bei den bisher hauptsächlich aus China berichteten Fällen waren vier von fünf Krankheitsverläufen mild. Bei einem Teil der Patienten kann das Virus zu einem schwereren Verlauf mit Atemproblemen und zu Lungenentzündung führen.

WIE KANN MAN SICH VOR EINER ANSTECKUNG SCHÜTZEN?

Eine gute Händehygiene ist wichtig. Das heißt, regelmäßig – etwa nach Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln und vor jeder Mahlzeit – die Hände gründlich mit Seife waschen (mindestens 30 Sekunden einwirken lassen) oder desinfizieren. Seife tötet das Virus!Zudem sollte ein Kontakt der Hände mit Mund, Nase und Augen vermieden werden.

Husten und Niesen sollten in die Armbeuge oder in ein Einwegtaschentuch erfolgen, damit der Erreger nicht über die Hand an Türgriffe oder ähnliches gelangt und sich so weiterverbreitet.

Zu Infizierten und Erkrankten sollte mindestens 1,5 m Abstand gehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden.

WIE VERHALTE ICH MICH, WENN ICH BEFÜRCHTE, MICH ANGESTECKT ZU HABEN?

Sollten Sie einen begründeten Verdacht haben, erkrankt zu sein, kontaktieren Sie bitte als erste Anlaufstellen telefonisch den Hausarzt oder das Gesundheitsamt vor Ort. Ein Verdacht ist begründet, wenn zwei Voraussetzungen vorliegen:

1. Sie hatten/haben Kontakt zu einer erkrankten Person, bei der die Infektion mit SARS-CoV-2 bestätigt wurde bzw. Sie haben sich in den zwei Wochen vor Beschwerdebeginn in einem definierten Risikogebiet aufgehalten.

und

2. Sie leiden gleichzeitig unter starken Grippe-Symptomen wie Fieber, Heiserkeit, Husten oder Atemnot bzw. unspezifischen Allgemeinsymptomen.

Zunächst ist es wichtig, dass man zuhause bleibt und das weitere Verhalten telefonisch mit der Arztpraxis oder mit dem Gesundheitsamt abklärt. Dabei sollte man nicht von sich aus in die Bereitschaftsdienstpraxen, in die Notaufnahme der Krankenhäuser oder die Arztpraxen gehen, um so eine mögliche Ansteckung seiner Mitmenschen zu vermeiden.

Grundsätzlich gilt: Sollten Sie Ihre Arztpraxis nicht erreichen können, wenden Sie sich an die Rufnummer 116117. Dort werden Sie an einen zuständigen Arzt weitervermittelt. Im Notfall, wenn dies erfolglos sein sollte, wenden Sie sich an das zuständige Gesundheitsamt oder dessen Rufbereitschaft.

GIBT ES EINEN IMPFSTOFF, DER VOR DEM NEUARTIGEN CORONAVIRUS SCHÜTZT?

Derzeit gibt es keinen wirksamen Impfstoff gegen das Virus. China hat nach Berichten staatlicher Medien im März 2020 erstmals einen Impfstoff gegen das Coronavirus für klinische Studien freigegeben. Ab wann ein Impfstoff tatsächlich eingesetzt werden kann, ist derzeit unklar. Nach Angaben des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, könnte im nächsten Jahr ein Impfstoff zur Verfügung stehen.

Auch eine medikamentöse Behandlung ist derzeit nicht möglich. Chloroquin, ein Malariamittel, wird allerdings derzeit getestet. 

WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN STEHEN ZUR VERFÜGUNG?

Eine spezifische, d.h. gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie steht derzeit noch nicht zur Verfügung. Chloroquin und das Virostatikum  Remdevir (gegen Ebola) werden derzeit getestet.

Im Zentrum der Behandlung der Infektion stehen derzeit unterstützende Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes (z.B. Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, ggf. Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Alternativ-/Begleitinfektionen) sowie die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen.

IST ES SINNVOLL, EINE ATEMSCHUTZMASKE ZU TRAGEN?

Bisher gibt es laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine Belege dafür, dass sich gesunde Personen durch das Tragen des MNS vor einer Infektion schützen können. Wer sich schützen will, sollte in erster Linie auf die korrekte Husten- und Niesetikette, die Händehygiene und das Abstandhalten – etwa ein bis zwei Meter von krankheitsverdächtigen Personen – achten.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hält das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) für Personen sinnvoll, die an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankt sind und sich im öffentlichen Raum bewegen müssen. So lässt sich das Risiko einer Ansteckung für andere verringern.

WO ERFÄHRT MAN, OB EINE REISE IN EIN BETROFFENES LAND NOCH SICHER IST?

Gesundheitsempfehlungen bei Auslandsreisen werden vom Auswärtigen Amt (AA) gegeben. Derzeit warnt das Auswärtige Amt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland. Weitere aktuelle Informationen zu der Sicherheitssituation in einzelnen betroffenen Ländern sind auf den Länderseiten des AA im Internet einzusehen.

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