Herzmuskelentzündung unter Covid-19?

Es ist bekannt, dass jede virale Erkrankung, speziell die virale Grippeinfektion, mit einer Herzbeteiligung im Sinne einer Myokarditis einhergeht. Diese verläuft in der Regel wie die Erkrankung selber, blande und wird daher nur selten erkannt. Metaanalysen aber haben ergeben, dass vorübergehende EKG-Zeichen (Kammerendteilveränderungen und T-Wellen-Inversionen) fast immer einen viralen Infekt begleiten. Diese „Myokarditis“ heilt aber in der Regel folgenlos aus.

Bei den schwer verlaufenden Lungenerkrankungen infolge SARS-CoV2-Infektionen (COVID-19) sind neuen Untersuchungen zufolge schwerwiegende Herzbeteiligungen erkennbar, die in einem jetzt veröffentlichen Fall (JAMA 2020) auch nachweisbar waren. Bei dieser 53jährigen italienischen Patientin, die wegen einer akuten Luftnot aufgenommen wurde und die positiv auf SARS-CoV2 getesett wurde, konnten echokardiografische, blutchemische Hinweise auf eine Myocarditis gefdnen wurden. Im MRT konnte die Diagnose dann gesichert werden.

Inzwischen haben sich die Befunde weiter bestätigt und man kann davon ausgehen dass bei einer SARS-CoV2-Infektion die Lungenerkrankung COVID-19 die häufigste klinische Komplikation ist, aber eine der wichtigsten Herzkreislaufkomplikationen eine Myokarditis ist, die dann auch nicht selten zum Tode führt.