Sport und Gesundheit

Sportliche Aktivität ist in jeder Altersgruppe von großer Bedeutung für Gesundheit und Krankheitsvermeidung. Die entscheidende Frage ist, welche Sportart und in welcher Häufigkeit und Intensität Sport zuträglich ist? Erst vor kurzem berichteten die Medien (die eine zunehmende Bedeutung für medizinische Informationsvermittlung und Meinungsbildung haben) über den Kreislaufstillstand eines Leistungssportlers während der Fussball-EM. Dank sehr guter Zusammenarbeit von Ersthelfern und Spezialkräften konnte der Sportler gerettet und seine Gesundheit weitgehend wiederhergestellt werden. Solche Ereignisse sind von hohem Publizitätswert und werfen immer zugleich die Frage auf, ob zuviel Sport nicht sogar schädlich sein kann. Zu dieser Frage und der Frage, wie gefährdet Leistungsportler tatsächlich sind, gibt es eine Reihe von Veröffentlichungen, die in der Feststellung kulminieren, dass Sportler <35 Jahren sehr selten, meist durch unbekannte Grundkrankheiten (Herzmuskelerkrankungen) gefährdet sind, Spieler jedoch >35 Jahre meistens eine koronare Herzkrankheit (KHK) aufweisen, die oft bekannt ist, oft aber auch in Form des plötzlichen Herztodes (PHT) eine Erstmanifestation der KHK darstellen. Der kollabierte Sportler war übrigens 29 Jahre alt.

Hier jedoch geht es um die Beantwortung der Frage, wieviel und welcher Sport positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

In einer Zeit, in der Inaktivität durch die Lockdowns der Pandemie, durch sitzende Haltung in beruflicher und häuslicher Umgebung, durch falsche oder fehlerhafte Ernährung sowie daraus resultierende Erkrankungen des Herzkreislaufsystems mehr als häufig ist, kommt den so genannten präventiven Maßnahmen (körperliche Aktivität, Ernährung) sowohl zur Vermeidung von Krankheiten als auch zur Vermeidung eines Rückfalls besondere Bedeutung zu.

Diese sind auch sehr wichtig für die Komponenten, die mit dem inzwischen erreichbaren höheren Lebensalter und den damit verbundenen speziellen Alterskrankheiten zusammenhängen. Hierzu zählen auch Demenz und Gebrechlichkeit.

Die auch für das höhere und hohe Alter anwendbaren Sportarten gehörten zu den Gruppen

  • Ausdauer (3-5mal 30 min/Woche)
    • Radfahren,
    • Laufen, Joggen
    • Schwimmen
    • anstrengendes Gehen
  • Kraft (leichte Kraftausübung, 40-60% Maximalkraft, rasche Wiederholungen)
    • Theraband
    • Beinpresse
    • Gewichtheben

Kaum oder nicht geeignet sind

  • Tennis
  • Fussball
  • Sprinten
  • Tauchen
  • Klimmzüge, Liegestütze

Wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema zeigen übereinstimmend, dass die positiven Wirkungen speziell des Ausdauersports auf die Herzkreislaufkrankheiten erstaunlich sind:

Es kommt zu einer Verminderung z.B. der Sterberate von 65%, der Krankenhaushäufigkeit von über 70%. Der Zugewinn an Lebensqualität (Spassfaktor, Gemeinschafts- und Gruppenfaktor) ist ebenfalls messbar hoch. Auf die Entwicklung der Demenz, sogar auf die Häufigkeit von Tumorerkrankungen hat Ausdauersport eine hemmende Wirkung.

Es ist nun zu beobachten, dass in der medialen Öffentlichkeit körperliche Aktivität oftmals mehr auf kraftsportliche und meditative Aspekte fokussiert. Diese sind sicher in mancher Hinsicht ebenfalls positiv zu werten, doch entsprechen sie mehr dem aktuellen modischen Bilde einer muskelbetonten Körperkultur als einem effektiven Ansatz zur Bekämpfung von Herzkreislaufkrankheiten oder Krankheiten allgemein.

Hier gilt es Aufklärung zu betreiben und dies selbst auf die Gefahr hin, die meist kraftbetonten Fitnessstudios, die eine hohe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit besitzen, zu kritisieren. Dennoch muss gesagt werden, das nur Ausdauersport mit einer leichten Kraftkomponente die beschriebenen Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Hier können Sie zwei Berichte zum Thema lesen, die sehr empfehlenswert sind.