KHK und Grippeimpfung

Die Notwendigkeit der Grippeimpfung als Standard für die Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Vortrag von von Ralf Dechend | Berlin, Deutschland (15. Okt. 2020), Herbsttagung der DGK

Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass eine Grippe-Schutzimpfung für Patienten mit Herzkreislaufkrankheiten einen zusätzlichen Nutzen haben kann. Dabei wurden besonders die Pat.mit einer Herzinsuffizienz  vom HFrEF-Typ, also mit reduzierter Auswurffraktion, herausgestellt. Es ist bei solchen Empfehlungen, etwa der Deutschen Herzstiftung, manchmal nötig, sich der verfügbaren Datenlage zu versichern, um den Evidenzgrad und damit die Empfehlungsstärke zu dokumentieren. Dies hat auf der diesjährigen Herbsttagung Prof. Dechent (HELIOS Klinikum Berlin-Buch Klinik und Poliklinik für Kardiologie und Nephrologie Berlin, Deutschland) in einem Vortrag unternommen und darauf hingewiesen, dass die Datenlage noch nicht ausreicht, um eine IA-Empfehlung auszusprechen. Dennoch ist in einer Cochrane-Metaanalyse 2015 und eine Arbeit aus dem Jahre 2012 zu vermuten, dass ein Evidenzgrad I mit einer B-Empfehlung ausgesprochen werden könnte. 

Diese Abbildung (Vergrößerung durch Klick) ist dabei hilfreich, denn sie zeigt eine Cochrane.Auswertung von 6 Studien und eine Metaanalyse von immerhin über 260.000 Patienten, allerdings mit und ohne cardiale Vorerkrankungen. Beide Analysen kommen zu dem Ergebnis einer deutlichen Verbesserung der outcomes bei einer Grippeimpfung (etwa Herzinfarkt 27%) oder einer günstigeren Risikorelation bei  Geimpften von etwa 37% zugunsten Impfung.

Daher kann man auch mit Blick auf laufende Studien (drei; randomisiert, Publikation in drei Jahren erwartet) durchaus eine Empfehlung IB aussprechen und den Patienten in unseren Herzgruppen eine solche Impfung nahelegen, gerade auch in Zeiten einer Doppelgefährdung durch das SARS-CoV2-Virus und die Influenza.