Neues Antidot Ondexxya® bei NOAKs Rivaroxaban®, Apixaban®

Die Verwendung der so genannten Neuen Oralen AntiKoagulantien (NOAKs) besonders bei der Dauerbehandlung des Vorhofflimmerns hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Vitamin-A-Antagonisten, also das altbekannte Marcumar, sind dabei in das Hintertreffen geraten – zu Recht oder Unrecht – darüber wird noch immer wissenschaftlich gestritten. Ein Hauptgrund neben der aktiven Kontrolle der INRs bisher war, dass es bei einer relativ langen Abklingrate der NOAKS kein wirksames Antidot bei Blutungs-Notfällen die NOAKs gab, während man bei einer Marcumar-Blutung nach Absetzen Vitamin-K-Infusionen (Konakion®) geben konnte. Als weitere schnellwirkende Massnahme ist es möglich, auch PPSB zu verabreichen, um die plasmatische Gerinnung wiederherzustellen.

Inzwischen gibt es neben dem bereits eingeführten Antidot gegen den direkten Thrombinhemmer Dabigatran (Praxbind®) auch gegen die Faktor-Xa-Hemmer Rivaroxaban und Apixaban ein neues Antidot, Andexanet Alfa, das als Bolus über 25 oder 30 min verabreicht werden kann und in einer Phase III/IV- Studie so gute Erfolge brachte, dass es inzwischen zugelassen ist unter dem Namen Ondexxya®.

Die NOAKs werden dadurch eine weitere Anwendungszunahme erfahren, was aber auch unter Kostenaspekten gesehen werden muss: Marcumar® kostet bei 100 Tabletten ca. 25 €, die NOAKs dagegen bewegen sich wesentlich höher. Rivaroxaban etwa kostet per 100 Tabl. ca. 350 €!! (RL Online v. heute)

Lit.:

  1. Dtsch. Arztebl 2020; 117(5): A-213
  2. Symposium „Blutungen unter Antikoagulanzien – Herausforderungen, Management und Aufhebung der Wirkung von direkten Faktor-Xa-Inhibitoren“, Hamburg, 5. Dezember 2019; Veranstalter: Portola Pharmaceuticals