Empfehlungen zur Rückkehr zu Sport während der SARS-CoV2-Pandemie

Recommendations for return to sport during the SARS-CoV-2 pandemic

(Löllgen H, et al.; BMJ Open Sport and Exercise Medicine 6;2020)


Diese aktuelle Arbeit unseres langjährigen wissenschaftlichen Studienbegleiters und Ideengebers Professor Löllgen trifft genau den Zeitpunkt unseres gemeinsamen Bemühens, die Basisaktivitäten der saarländischen Herzgruppen wieder aufzunehmen. Diese Arbeit, publiziert im BMJ Open Sport Ex. Med., diskutiert im Wesentlichen eine Differenzierung nach 6 Risikogruppen, die sich trotz erheblicher internationaler Unterschiede der Infektionsqualitäten und auch Quantitäten in verschiedene Dispositionsmuster einteilen lassen. Es geht einerseits um die Exposition gegenüber anderen Risikopersonen und andererseits um den Schweregrad durchgemachter Infektionen und deren Folgezustände. Eine PCR-Testung ist nirgends vorgesehen. 

Für die Herzgruppen kann im Wesentlichen die Beschreibung der Gruppe 1 herangezogen werden, die speziell auf einen Fragebogen zu Kontakten mit möglichen Infizierten abhebt. Der Teilnehmer muss dokumentieren, dass er frei von einer Infektion ist (was aber nur mit ärztlichem Attest oder Testung mit Re-Testung machbar ist). Ein empfohlener regelhafter Belastungstest vor Wiederaufnahme scheint für unsere Gruppen nicht realistisch.

Als Fazit wird konstatiert, dass es immer um eine fallbezogene Beurteilung gehen kann, und dass die Wiederaufnahme von der Art des Sports und vom lokalen Infektionsrisiko abhängig gemacht werden muss. Je nach dem klinischen Zustand nach der durchgemachten Infektion müssen differenzierte Untersuchungen stattfinden, die von der einfachen körperlichen Untersuchung bis zur kardiologischen und pulmologishen Spezialbeurteilung gehen kann. Nach einer längeren Unterbrechung sollten die Aktivitäten nur stufenweise und graduell dosiert wieder aufgenommen werden.

Lollgen et al 2020_COVID19