Sport und Herztod

In der Zeitschrift “CardioNews” Nr. 3/2022 wurde eine Pariser Studie von 2005 bis 2018 besprochen, die sich mit der Häufigkeit des plötzlichen Herztods (PHT) bei Freizeitsportlern befasst. Hier wurde gefunden, dass es trotz verstärkter Screenings in diesem Raum nicht zu einer Abnahme der PHT- Häufigkeiten kam. Diese lag weiterhin bei 7 sportassoziierten Fällen / 1 Mio. Einwohner. Das ist wenig; spezifische Zahlen über den deutschen Bevölkerungsraum liegen nicht vor; hier wies die DGK 2021 nur auf etwa 800 Fälle insgesamt / Mio. Einwohner hin. Wahrscheinlich liegen die Häufigkeiten in Deutschland aber in einer ähnlichen Größenordnung wie in Frankreich (zwischen 3 und 7 Fällen / 1 Mio.).

In der Pariser Studie war auch zu beobachten, dass die Reanimationserfolge und der Gebrauch des AED in den letzten Jahren so zugenommen haben, dass fast 70% der PHTs nach erfolgreicher Reanimation den Krankenhausaufenthalt überlebten. Hierzu gibt es auch keine deutschen Zahlen. Die AED-Nutzung stieg von 1,6 auf erstaunliche 28,8%.

Zur Situation der ambulanten Herzgruppen sind ältere Zahlen, PHT betreffend, bekannt. Sie waren extrem niedrig und betrugen 1:750.000, was einer Zahl von 1,3 Fällen / 1 Mio. Einwohner entspricht.

Fazit: während die Todesfallrate im Freizeitsport im Beobachtungszeitraum unverändert blieb, sich die Outcomes jedoch verbesserten, gilt dies für den strukturierten Sport in den Herzgruppen nicht. Durch Voruntersuchung, Auswahl und Überwachung scheint sich die Mortalität in den Gruppen auf einem bemerkenswert niedrigen Niveau zu halten. Hier fehlen jedoch aktuelle, notwendige Zahlen.