Zunahme der Radfahrunfälle 2020

Nach einem Bericht der Saarbrücker Zeitung v. 27.6.2020 scheint die Zahl der Radfahrunfälle bisher zugenommen zu haben. Die Ärzte des Winterbergklinikums sprechen von 49/38 2020 gegenüber 2019, was einer Zunahme von 28% entspricht. Dabei sind die Mehrzahl der Unfälle mit Schulter- und Oberarmfrakturen verbunden, was auf die spezielle Schutz- und Abwehrfunktion des Körpers nach Sturz zurückgeführt wird. Besonders schwer sind dabei die Kopfverletzungen mit Schädelhirntrauma, die bei Radfahrern ohne Helm häufiger als bei solchen mit Helmschutz anzutreffen sind.

Der Vorsitzende des ADFC Saar, Fläschner, weist darauf hin, dass diese Zunahme allerdings auch mit de allgemeinen Zunahme des Radfahrens in der Bevölkerung zu sehen ist. Ers sagt aber auch, dass es eine Zunahme auch von Unfällen der Fahrer mit Pedelec gibt, die als „ungeübte“ ältere Radfahrer mit den technischen Gegebenheiten und den zwar moderaten, aber auf abschüssigem Gelände auch höheren  Geschwindigkeiten nicht zurechtkommen. Diese Radfahrer allerdings tragen in der Regel Helm, wie die Teilnehmer der Saarländischen Herzbikerstudien I und II, wo lebensbedrohlichc Unfälle oder Stürze nicht auftraten.

Erst gestern verunglückte ein 70jähriger Pedelecfahrer in Bous, der ohne Helm unterwegs war und sich eine schwere Schädelhirnverletzung zuzog.

Als Fazit kann gelten, dass eine notwendige RCT-Studie zum Fahrverhalten der Pedelecfahrer noch nicht existiert und dass zu wiederholten Male auf die Sinnhaftigkeit des Helmtragens bei Radfahrern hingewiesen werden muss. Eine gesetzliche Helmpflicht wäre eine Lösung.